Hintergründe

Beethoven-Jahr 2027

Fünf Facetten eines Komponistengenies

Karl Joseph Stieler 1820_c_Beethoven-Haus Bonn
© Beethoven-Haus Bonn
Beethoven-Jahr 2027

Musik für die Ewigkeit

Ein Grund zum Feiern? Das ist ja bei Todestagen immer so eine Sache. Und doch, wir feiern. Nicht, dass Beethovens Todestag sich 2027 zum 200. Mal jährt. Vielmehr feiern wir mit einem klangvollen Konzertreigen den Mann, den Künstler und Menschen, dessen Musik uns auch 200 Jahre nach seinem Tod noch Glück und Freude schenkt, uns zum Nachdenken bringt und zu Tränen rührt. Musik – vielleicht – für die Ewigkeit: Das ist auf jeden Fall ein Grund zum Feiern. 

Beethoven, der Absolute

Ludwig van Beethoven 1815-Christoph Willibrord Mähler_c_Beethoven-Haus Bonn.jpg
© Beethoven-Haus Bonn

Johannes Brahms laborierte, kurz vor dem Verzweifeln, jahrelang an seiner ersten Sinfonie, da er glaubte, den „Riesen“ Beethoven immerzu hinter sich marschieren zu hören. Gustav Mahler verehrte ihn als Genius, von denen es nur zwei oder drei unter Millionen gebe. Und bis heute gilt Ludwig van Beethoven als quasi unerreichter und unerreichbarer Gipfelpunkt kompositorischer Meisterschaft in der abendländischen Musik. Folgerichtig sind seine Werke im Konzertrepertoire quasi allgegenwärtig.

Für mich ist Beethoven mein wichtigstes musikalisches Lebenselixier.
Igor Levit
  • Igor Levit
    Dienstag, 04. Mai 2027 | 19:30 Uhr | HCC, Kuppelsaal
    Igor Levit

    Sonaten von Beethoven

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    € 75,00 | 65,00 | 55,00 | 35,00 | 25,00 | 15,00 zzgl. VVK

Beethoven, der Ungehobelte

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© Adobe Stock

Genial, ja. Guter Nachbar, nein. Wäsche auf dem Klavier, Papiere auf dem Boden, Essensreste und leere Weinflaschen auf dem Tisch, dazu nächtliches Klavierspiel und cholerisches Temperament: Beethoven zog in seiner Wiener Zeit etwa 60-mal um – unter seinen Nachbarn war die Erleichterung jedes Mal groß.

Wenn Beethoven eine Farbe wäre, wäre er das gesamte Farbspektrum – mit all seinen negativen und positiven Schattierungen.
Alice Sara Ott

Beethoven, der Exzentrische

Genau 60 Kaffeebohnen zählte Beethoven sich in den morgendlichen Kaffee, und wenn ihn die Muse einmal nicht küssen wollte, so heißt es, steckte er kurzerhand den Kopf in eiskaltes Wasser – das anschließend gern in die Wohnungen der Nachbarn tropfte.

Beethoven hat den Swing entdeckt: Also muss ich ihn auch so spielen.
Fazıl Say

Beethoven, der Selbstbewusste

Berühmt sein Ausspruch gegenüber Fürst Lichnowsky, einem seiner Gönner: „Fürst! Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt. Was ich bin, bin ich durch mich. Fürsten gibt es Tausende. Beethoven nur einen.

Für mich ist Beethoven Alpha und Omega.
Rudolf Buchbinder

Beethoven, der Zartbesaitete

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© Beethoven-Haus Bonn

Seine Zartheit sei eine absolut unterschätzte Eigenschaft Beethovens, erklärte der Dirigent Jakub Hrůša im Interview. Im Gegensatz zu seinem Image als „schicksalhafter musikalischer Raufbold“ sei er „ein zarter Maler der edelsten und innerlichsten Regungen des Gefühls“. Diese Wahrnehmung deckt sich mit Berichten von Beethoven-Zeitgenossen, die erklärten, Beethovens schroffes Verhalten habe einen zutiefst verletzlichen, sensiblen Kern geschützt.

Für mich ist eine der wesentlichen Sachen bei Beethoven dieses riesige Herz, mit dem er die Welt gut machen möchte.
Fabian Müller