Klassiker und Exoten der Klassik
Zum Kennenlernen und Wiederentdecken

Saison 2026/27
Peer Gynt
Morgenstimmung? Na klar, mit Querflöte! Zu Gast beim Bergkönig? Aber bitte nur in Begleitung von Fagott und gezupften Saiten! Edvard Grieg hat mit seinem Peer Gynt ikonische Melodien geschaffen, die in Filmen und Werbung, in Rock- und Popadaptionen ein Eigenleben entwickelt haben. Beinahe könnte man darüber vergessen, dass sie ursprünglich als Schauspielmusik zu Henrik Ibsens gleichnamigem „dramatischem Gedicht“ geschrieben wurden. Der norwegische Komponist trug selbst entscheidend zu dieser Entwicklung bei, indem er 1888 acht Instrumentalsätze aus seinem Peer Gynt zu zwei Orchestersuiten zusammenstellte und vom Gewandhausorchester uraufführen ließ. Sein Vertrauen, dass der auf norwegischen Märchen basierende Bühnenstoff mit einem egoistischen Antihelden und einer komplizierten Handlung voller Irrungen und Wirrungen einem internationalen Publikum gefallen könnte, war nicht allzu groß. Sein Glaube an die Kraft seiner Komposition zum Glück aber schon!
Dienstag, 16. Februar 2027 | 19:30 Uhr | HCC, KuppelsaalBergen Filharmoniske OrkesterTabita Berglund | Alexander Malofeev | Ragnhild Hemsing
€ 100,00 | 90,00 | 75,00 | 50,00 | 35,00 | 20,00 zzgl. VVKAbo A entdecken
Rhapsody in Blue
Ein tiefer Triller der Klarinette, ein berückendes Glissando nach oben, Orchestereinsatz – und schon sind wir mittendrin in diesem Werk, das Musikgeschichte schrieb, weil es als eines der ersten Jazz-Elemente in die Klassik einfließen ließ. George Gershwins Rhapsody in Blue ist heute regelmäßig im Konzert zu hören – und wäre doch beinahe nicht geschrieben worden. Denn als Paul Whiteman seinen Kollegen Gershwin um einen Beitrag zu einem von ihm organisierten Konzert bat, sagte der ab: keine Zeit. Whiteman setzte sich kurzerhand über diesen Einwand hinweg: Wenig später erfuhr Gershwin aus der Zeitung, dass er bereits an einer Komposition für das Konzert arbeiten würde. Zu unserem Glück nahm er es sportlich und schuf innerhalb eines Monats das Meisterwerk, das ihn über Nacht berühmt machen sollte.
Freitag, 05. Februar 2027 | 19:30 Uhr | NDR Konzerthaus, Großer SendesaalLucas & Arthur JussenKlavierabend
€ 70,00 | 60,00 | 55,00 | 45,00 |35,00|25,00zzgl. VVKAbo D entdecken
Der Feuervogel
Oft sind es Zufallsmomente, die den Beginn einer großen Karriere begründen: Denn was wäre aus Strawinsky geworden, wenn Anatoli Ljadow doch Zeit gehabt hätte, den Kompositionsauftrag von Sergej Diaghilews Ballets russes für den Feuervogel (L’oiseau de feu) zu übernehmen? Wir werden es nie erfahren – denn der 27-jährige Igor Strawinsky bekam den Job und katapultierte sich damit 1910 an die Spitze der musikalischen Avantgarde. Seine Partitur zum märchenhaften Stoff über den bösen Zauberer Kastschej und den magischen Feuervogel, der den Prinzen Iwan Zarewitsch und die Prinzessin Zarewna aus der Gewalt des Zauberers befreit, hat Ballett- und Musikgeschichte geschrieben. Glitzernd und klangfarbenreich schwebt der Feuervogel in höchsten Sphären, die Gegenwelt des Prinzen Kastschej wird von finsteren Bässen dominiert – und dazwischen entspinnt sich ein schillerndes Tongemälde, das den Komponisten des Petruschka und des Sacre du printemps bereits erahnen lässt.
Mittwoch, 27. Januar 2027 | 19:30 Uhr | HCC, KuppelsaalRoyal Philharmonic OrchestraVasily Petrenko | Jan Lisiecki
€ 130,00 | 115,00 | 95,00 | 70,00 | 50,00 | 25,00 zzgl. VVKAbo A entdecken
Konzert für Streichorchester
Ein dringend entdeckenswerter und gänzlich zu Unrecht wenig bekannter „Exot der Klassik“ ist Grażyna Bacewiczs hochinteressantes Konzert für Streichorchester. Es gehört zu den reifen Meisterwerken der Komponistin, die (neben ihrer Tätigkeit als Violinistin, Pädagogin und Romanautorin) eine der bedeutendsten Stimmen im polnischen Musikleben des 20. Jahrhunderts war. In drei Sätzen – der erste dramatisch-zupackend, der zweite geheimnisvoll und elegisch, der dritte temperamentvoll und spielerisch – zauberte Bacewicz im Jahr 1948 ein neoklassisches Klanggebilde aufs Notenpapier, das an meisterlicher Architektur, anspruchsvoller Rhythmik und facettenreichem Klang seinesgleichen sucht.
Donnerstag, 06. Mai 2027 | 17:00 Uhr | NDR Konzerthaus, Großer SendesaalAnastasia KobekinaAcademy of St Martin in the Fields
€ 90,00 | 80,00 | 75,00 | 60,00 |45,00| 35,00 zzgl. VVKAbo B entdecken
Sinfonie Nr. 5
Ta-ta-ta-taaaa!! Der Anfang von Beethovens „Fünfter“ ist wohl das bekannteste Motiv der gesamten klassischen Musik. „So pocht das Schicksal an die Pforte“, soll der Komponist seinem Biografen Anton Schindler anvertraut haben. Und folgerichtig stilisierte man die Sinfonie im 19. Jahrhundert zum persönlichen Bekenntnis des Wiener Meisters, der darin sein Ringen mit den Widrigkeiten des Lebens hochdramatisch in Töne gegossen habe. Als wahrscheinlicher gilt heute allerdings, dass Beethoven das kurze Motiv aus der Hymne du Panthéon seines Kollegen Luigi Cherubini entliehen hat: Dort besingen die „Wächter des Friedens“ in einem zum Verwechseln ähnlichen Rhythmus ihre Entschlossenheit, notfalls bis zum Tod für die Republik zu kämpfen. Die Aussage würde durchaus zu Beethoven passen, der bekanntermaßen stark mit den Idealen der Französischen Revolution sympathisierte. Doch ob die Musik der c-Moll-Sinfonie nun einem außermusikalischen Gedanken folgt oder nicht: Fraglos behauptet sie bis heute ihren Platz als eines der ganz großen Werke der Musikgeschichte
Donnerstag, 01. Oktober 2026 | 19:30 Uhr | HCC, KuppelsaalDaniel HopeGstaad Festival Orchestra | Jaap van Zweden
Vergangene Veranstaltung
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Samstag, 27. Februar 2027 | 19:30 Uhr | NDR Konzerthaus, Großer SendesaalFabian MüllerThe Trinity Sinfonia
€ 80,00 | 70,00 | 65,00 | 55,00 |40,00| 30,00 zzgl. VVKAbo B entdecken
Die vier Jahreszeiten
Vermutlich ist es DAS berühmteste Stück aller Zeiten: Antonio Vivaldis Le quattro stagioni. Vier Violinkonzerte, deren Titel „Frühling“, „Sommer“, „Herbst“ und „Winter“ auf ein eindeutiges Programm verweisen. Der venezianische Komponist eroberte damit im 18. Jahrhundert neues Terrain, denn konkrete außermusikalische Inhalte in Musik darzustellen war bis dato der Oper vorbehalten. Vivaldi aber ließ in seinen Jahreszeiten Bäche säuseln, Gewitter herniederdonnern, ein Kaminfeuer knistern und Schlittschuhläufer über knackendes Eis gleiten. Jedem seiner vier Konzerte stellte er ein Sonett voraus, das den programmatischen Inhalt unmissverständlich zusammenfasst. Und obwohl Vivaldi dadurch einen denkbar kleinen Interpretationsspielraum für seine Zuhörer:innen ließ, entfalten die vier Violinkonzerte einen Spannungsreichtum, der bis heute seinesgleichen sucht. So gibt es auch auf die Frage, warum es den Quattro stagioni gelungen ist, die Jahrhunderte als Hit zu überdauern und jegliche Zweitverwertung in der Werbung, im Film oder im Fahrstuhl nahezu schadlos zu überstehen, nur eine Antwort: Weil es einfach gute Musik ist!
Samstag, 17. April 2027 | 19:30 Uhr | NDR Konzerthaus, Großer SendesaalNemanja RadulovićDouble Sens
€ 80,00 | 70,00 | 65,00 | 55,00 |40,00|30,00zzgl. VVKAbo B entdecken